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Romantischer Schmusetanz mit Blasebalg

Landeszeitung 23. Februar 2004 (bus)

»Poetische Momente« präsentieren Ulrike Dangendorf / Ein träger Bass schleppt
schwere Säcke

Bückeburg (bus). Die »Poetischen Momente«, die über-
aus charmante Offerte des Kulturvereins, sind auch
in ihrer zweiten Auflage den hohen Erwartungen des Publikums in imponierender Weise gerecht geworden.
Die Kombination von Kunst und Gaumenkitzel präsen-
tierte im erneut ausverkauften kleinen Saal des Rat-
hauses im künstlerischen Teil mit Ulrike Dangendorf,
ein Akkordeon-Talent, dass die Facetten ihres Instru-
mentes in faszinierender Könnerschaft offenbarte.

Dass der unter das Motto »Unter dem Himmel von
Paris« gestellte Abend bereits nach kurzer Zeit weit
über die französische Hauptstadt hinausreichte, tat
dem Hochgenuss nicht den geringsten Abbruch. Die mehrfach preisgekrönte Interpretin blieb bei ihren musi-
kalischen Ausflügen aber sozusagen immer mit einem
Bein in der Seine-Metropole.

»Meine Melodien erzählen Geschichten, die den
Straßen von Paris nicht fremd sind«, informiert sie
mit einem verschmitzten Lächeln. Apropos Bein:
Dangendorf musiziert im Stehen. Was indes nicht
an die markigen Schifferklavier-Matrosen von der
Waterkant erinnert. Sich aber wohltuend vom
Quetschkommoden-Gig der sitzenden Balg-Bediener
unterscheidet. Dangendorf schmusetanzt das Ak-
kordeon. Ist eins mit dem tastenbewehrten Blase-
balg und scheint bei jedem Stück eine neue Romanze
mit iim zu beginnen. Dabei verleiht sie dem Schwer-
gewicht eine nicht für möglich gehaltene Leichtigkeit,
die das Paar vermeintlich schweben lässt.

Behände und beschwingt, aber stets mit einer Spur
melancholisch-verträumter Zwischentöne erzählen
die Schwebenden Geschichten vom »Kalten Januar«,
von »Ungeduld« und »Stationen« und von einem
italienischen Markt. Verpackt in viel Walzer, Klezmer
klingt durch, Melodien vom Balkan, von Zigeunern
und aus Arabien. Im italienischen Marktgetümmel
simuliert die durch die Stimmzungen mal vehement
gepresste, mal sanft gepustete Luft ganze Heer-
scharen unterschiedlicher Charaktere. Quietschend
werden aus Metallgestellen Buden aufgebaut, ein
träger Bass schleppt schwere Säcke, flink wuseln
Händler und Besucher umeinander. Und selbstver-
ständlich – zurück in Paris – erzählt das Paar von
Edith Piaf. Der berühmtesten Chansonsängerin
aller Zeiten ewig junges »Non, je ne regrette rien«
setzte als Zugabe einen Schlusspunkt, nach dem
die Bitte um weiteres Beifutter einem Fauxpas
gleichgekommen wäre. Den exquisiten kulinari-
schen Anteil steuerte das Kochkunst-Team von
Ratskeller-Wirt Edgar Miller bei.

Ulrike Dangendorf
in Gadenstedt
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